Infostand in Ratingen 29. August

Unser gestriger Infostand am Ratinger Markt hatte es in sich: Bekamen wir doch überraschende Wahlkampfhilfe: Direkt links von uns (wo sonst?) postierte sich eine Gruppe von Aktivist*Innen mit einem eigenen Stand. „Aufstehen gegen Rassismus“ so bezeichnet sich die Organisation, die mit einem Riesenbanner „NAZIS TÖTEN“ auf sich aufmerksam machte.  Es war eine Materialschlacht: Bunte Luftballons, Aufkleber mit miesen Sprüchen, Zeitungen und Flyer drapierten den seltsamen Auftritt. Positiv: Es kam zu keiner direkten Konfrontation, keine körperliche Auseinandersetzung, nicht einmal ein Wortgefecht.  Dafür hatten die Passanten zu leiden: Ungefragt und ohne Abstands- oder Höflichkeitsregeln bedrängte die maskierte Truppe die Fußgänger und wedelte mit ihren Pamphleten direkt vor den Gesichtern der verdutzten Ratinger. Die meisten wendeten sich angewidert ab; viele äußerten vernehmlich ihre Missbilligung über den Schlachtruf:  „Nazis töten“.  Wohltuend dagegen unser Auftreten: Keinerlei hetzerische Aufdringlichkeit wie nebenan, stattdessen sachliche Information und respektvolles, höfliches Auftreten im Gespräch. Und so mancher, der des sich um des lieben Friedens willen den Schund von nebenan in die Hand drücken ließ, nahm drei Schritte weiter bereitwillig unser Kommunalwahlprogramm zur Hand.

Hetzer in Arbeitskleidung

Eigentlich hätten wir mit diesem absurden Schauspiel rechnen können: Hatte ich doch mit meinem Erlebnisbericht des vorherigen Standes die Aufmerksamkeit eines gewissen Martin Sonneborn auf uns gezogen: http://afd-ratingen.com/info-stand-in-ratingen-15-august Logisch, daß er seine Aktivist*Innen mobilisierte. Übrigens:  „DIE PARTEI“ hatte ihren eigenen Stand ein paar Meter weiter direkt neben der CDU. Auch die verwenden den Slogan „NAZIS TÖTEN“, wie man an manchen Plakaten an den geschundenen Bäumen Ratingens sehen muß.

Nur einmal kam es zu einer Provokation: Ein etwas beleibter, bärtiger Jüngling im weißen Polohemd beschimpfte uns lauthals: „Nazis wie vor sechzig Jahren! Haut ab!“  Offenbar ein Kollateralschaden der NRW-Bildungskatastrophe. Nachdem er sich heiser gebrüllt hatte, dampfte er mit seiner familiären Entourage ab. Bei deren Anblick wurde mir klar, daß der Bursche Frust haben musste.

Ansonsten verlief alles friedlich und gesittet. Die Möchtegern-Bürgermeister von FDP und BU ließen sich blicken und auch der Noch-Amtsinhaber scharwenzelte am CDU-Stand herum.  Wir konnten gut mit Werner Kullmann, unserem Spitzenkandidaten zur Kommunalwahl, punkten. Ausdauernd und geduldig erläuterte er Interessierten das Konzept einer familienfreundlichen Stadt.-  Etwa um 13 Uhr, gegen Marktende, versiegte der Besucherstrom und auch wir packten unsere Siebensachen.

Fazit: Wir haben wieder erfolgreich Flagge gezeigt. Unsere druckfrischen Broschüren des Kommunalwahlprogrammes kamen gut bei Publikum an. In einer Woche sind wir wieder vor Ort.

Worüber ich nachdenke: Wer finanziert wohl diese illustre Truppe „Aufstehen gegen Rassismus“? Natürlich sind wir alle gegen Rassismus, keine Frage. Aber dieser Haufen hat nur eine Mission: Üble, verleumderische Hetze gegen unsere Partei. Und sie müssen über erhebliche Geldmittel verfügen: Denn Heliumballons sind teuer, ebenso Hochglanzbroschüren und Aufkleber. Ich habe den Verdacht, daß auch hier wieder öffentliche Gelder auf verschlungenen Wegen eingesetzt werden zur Bekämpfung der Opposition. Und daß wir als Steuerzahler letztlich den ganzen Zirkus bezahlen. Ach ja: Mit den CDU-Leuten direkt nebenan schienen die „Aufsteher gegen Rassismus“ ein freundschaftliches Miteinander zu pflegen.

Ein herzliches Dankeschön an alle Helfer! Besonders an Dich, lieber Dietmar, für Deine Geduld und Ausdauer!

Herzliche Grüße   Bernd

Eine Antwort auf „Infostand in Ratingen 29. August“

  1. Sowas passiert, wenn man in einem Paralleluniversum lebt. Das nennt man verschobene Wahrnehmung. Aber das passiert, wenn man den ganzen Samstag mißmutig an seinem Stand steht, während andere Menschen Spaß haben 🙂

    Also tatsächlich hat der überwiegende Teil der BürgerInnen auf die Frage, ob wir Ihnen Material geben sollten, warum man die AfD nicht wählen sollte, nicht „angewidert“ reagiert, sondern mit „Die wähle ich eh nicht“ oder „Das weiß ich auch so, warum man die nicht wählen sollte“. Es war auch die ein oder andere alte Dame dabei, die kommentierte „Ich hab das alles ja schon mitgemacht und jetzt stehen die schon wieder hier“.

    Angewidert sein kann man allerdings bei der Art und Weise, wie Sie über den Herrn reden, der offensichtlich beim Anblick Ihres Standes nicht ganz an sich halten konnte. Das scheint dann dem Niveau der AfD zu entsprechen – oder? Haben Sie Familie, Herr Ulrich? Tut ja nichts zur Sache, aber ich hoffe doch mal, dass der Anblick Ihrer „familiären Entourage“ sich nicht von Ihren politischen Ansichten und Ihrem Benehmen ableiten lässt.

    Die Zahl der Menschen, die sich dann tatsächlich ein AfD Wahlprogramm abgeholt haben, konnte man wahrscheinlich an der Mitgliederliste in Ratingen ablesen.

    Interessant allerdings Ihr Kollege Pilotenbrille – war der Security? Oder ein Fanboy? Als dann noch der Herr mit der „MAGA“ Mütze und der Jeansjacke mit Reichsflaggen bestickt sich zu ihm an den AfD-Stand gesellte, wurde es doch noch ganz lustig. Wohl auch, weil die beiden Kollegen in einer ziemlichen Lautstärke darüber schwadronierten, dass bei der Demo in Berlin mal „Klar Schiff gemacht würde“ und dann das „Deutsche Kaiserreich wieder eingesetzt würde“. Ja – soweit rückwärtsgewandt hatten wir die AfD garnicht erwartet…

    Was Ihre Sorge um die Finanzierung angeht: Keine Sorge. Wir verbrennen keine öffentlichen Gelder – ganz im Gegensatz zu Ihrer Partei. Das ist auch eine der Sachen, die uns besorgte Bürger immer wieder umtreibt: Das wir als gute Steuerzahler die rechte Propaganda und die Systemschmarotzer Ihrer Partei auch noch mit unseren Steuern finanzieren.

    Im Gegensatz dazu sind wir privat finanziert. Es gibt in Ratingen ja den ein oder anderen wohlhabenden Menschen, der sein Geld nicht in wertlose Deutsche Bank Aktien gesteckt hat und gerne Geld für eine gute Sache gibt 🙂 So brauchen wir uns um Helium-Ballons oder Aufkleber keine Sorge zu machen. Und wer weiß: Der ein oder anderer unserer Gönner ist gar vielleicht sogar in der CDU?

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