Pimpfe und Blondine

Sonntag, 5. September

So ein Info-Stand kann durchaus eine vergnügliche Angelegenheit sein. Gestern waren wir bei idealem Wetter wieder sehr früh am Ratinger Marktplatz um unser Equipment aufzubauen. Der Kollege von der Antifa kam etwas später und klappte dann direkt neben uns einen riesigen Tapeziertisch aus, sonst nix.  Ob der wohl eine Standgenehmigung hat? Am Dienstag in der Ratssitzung hatten wir nämlich erfahren, daß die in der Woche zuvor keine Erlaubnis hatten und trotzdem da standen. Allerdings: Hätten sie um eine Genehmigung nachgesucht, dann hätten sie die auch bekommen, so die Auskunft des Beigeordneten vor der Ratsversammlung.

Nun denn, wir waren gespannt, wann das Ordnungsamt in Gestalt der Zweipersonen-Streife auftauchen würde. Derweil stand der Antifant eine gefühlte Stunde griesgrämig in der Gegend rum und wartete auf seine Kumpane. Inzwischen zeigten wir Flagge mit unserem AfD-Schirm, den Präsentationsaufstellern und unserer dekorierten Infotheke und führten bereits die ersten Gespräche. Irgendwann tauchten dann der Rest der Antifa auf,  schmückte den Tapeziertisch mit dem üblichen Schwachsinn und begann Passanten zu belästigen.

Tatsächlich: Die Antifa hatte eine Standgenehmigung der Stadt  erhalten! Verflixt flott, sonst arbeitet die Verwaltung nicht so fix. Nun denn, so langsam trudelten auch die anderen Parteien ein. Direkt links von uns (wo sonst?) die CDU und daneben die Ulknudeln von DIE PARTEI. Die hatten sich etwas besonderes  als Blickfang einfallen  lassen: Einen Transvestiten als aufgedonnerte Blondine. Möglich, daß er seine Konversion zur Transfrau schon hinter sich hatte; die üppigen weiblichen Rundungen waren wohl echt.  Die Gestalt war auffallend groß, kräftig und breitschultrig. Mit High-heels,  ordentlich Kosmetik im Gesicht und wallendem Blondhaar war das der Hingucker schlechthin. Schade, daß wir keine Fotos oder Selfies machen durften.  – Mit der Antifa war es das übliche: Eigentlich kennt man sich; die verbissenen Gesichter sind von früheren Wahlkämpfen vertraut. Natürlich scharwenzelte um den Stand die übliche Entourage: Der spitzbärtige SPD-Genosse und Mäzen des Ganzen,  dann der Mann mit dem Sowjetstern auf der Zipfelmütze, allerlei sonstiges Gesindel  und natürlich die Funktionäre und Anhänger von DIE PARTEI. Aber irgendwie störte das Ensemble kaum: Wir  jedenfalls konnten uns über mangelnde Zustimmung bei den Marktbesuchern nicht beklagen. Schließlich merkt jeder klar Denkende, daß die  selbsternannten Antifaschisten  vom tatsächlichen Faschismus   ebenso wenig Ahnung haben wie die Milchkuh von der Mondfahrt. Eine Gemeinheit: Manchmal gelang es diesen Herrschaften, den unbedarften Kindern die AfD-Luftballons wegzunehmen die sie zuvor von uns bekommen hatten. Die wurden dann unter begeisterten Johlen der Anhängerschaft  zum Platzen gebracht. So kann man auch mit kleinen Sachen manchen Deppen Freude machen. – Derweil führten wir manch anregende Gespräche: Es gibt sie tatsächlich noch vereinzelt, die treuen Merkelanhänger. Was wir den besser machen würden? Es fällt tatsächlich schwer, auf eine so naive Frage in kurzer Frist eine ernsthafte Antwort zugeben.

Tolle, Lege! Nimm und lies! Dieser religiöse Sinnspruch trifft  bei den Unverbesserlichen auf taube Ohren wenn wir ihnen nach fruchtloser Diskussion unser Parteiprogramm mit auf den Weg geben wollen. Neben dem geistigen und physiologischen gibt es eben auch den  selbstgewählten  Analphabetismus.

Erfreulich: Immerhin drei Besucher interessierten sich ernsthaft für einen  Parteieintritt und hinterließen uns ihre Daten.

So gegen Mittag dann die übliche Aufbruchsstimmung. Die hünenhafte Blondine war nach dem Besuch bei der Antifa wieder am PARTEI-Stand. Ein hübsches Bild: Direkt vor ihr der Frontmann von  DIE PARTEI.  Was soll’s:  Es gab manche kleinwüchsige  Politiker, die es in passender Umgebung weit gebracht haben. Nicht von ungefähr hängt im PARTEI-Büro ein Goebbels-Porträt. Wie dem auch sei: Bei Regen hätte der Mario ohne weiteres ein schützendes Dach  bei der mitgebrachten  Blondine gefunden.

Wir sind gespannt, ob es in der nächsten Woche wieder so eine unterhaltsame Performance gibt.

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