Absurd: Düsseldorfer Verbandsfunktionäre als „Widerstandskämpfer“

Es ist verwerflich, sich mit fremden Federn zu schmücken.  Sich auf Kosten anderer profilieren zu wollen ist eine weitere Gemeinheit.  Besonders abscheulich ist es aber, das Andenken und die Ehre der Widerstandskämpfer gegen die Hitler-Diktatur, der Männer des 20.Juli,  die  ihren Patriotismus mit dem Leben bezahlen mussten,  zur eigenen persönlichen Profilierung für sich zu missbrauchen. Das haben die wackeren Männer des 20. Juli 1944 nicht verdient, daß sich heute rückgratlosen Mitläufer als risikolose Trittbrettfahrer im politischen Mainstream  als „Widerstandkämpfer“  aufschwingen wollen.

Zu diesen  Unverschämtheiten erdreisten sich Düsseldorfer Verbandsfunktionäre . Das wollte ich denen nicht durchgehen lassen. Hier die Vorgeschichte:

Der Vorsitzende eines Düsseldorfer Heimatvereines versuchte nämlich vor einigen Monaten, mit Ausfällen gegen die AfD bei der lokalen Politprominenz zu punkten. Die lokale SPD in Ratingen wollte  im Windschatten dieser unappetitlichen Geschichte segeln. Die Rheinische Post  brachte darüber einen Artikel, der meine Aufmerksamkeit weckte. Und so wandte ich mich mit einem Brief an diese Person:

Sehr geehrter Herr Rolshoven,

  ich bin  Sprecher des Stadtverbandes  der AfD in Ratingen. Im hiesigen Lokalteil der RP wurden Sie vor einigen Wochen mit der Äußerung zitiert:

Wolfgang Rolshoven, der Baas der Düsseldorfer Jonges, hatte sich in einem Zeitungsbeitrag deutlich positioniert. Im Brauchtum sei die Haltung klar: keine AfD. „Wehret den Anfängen“, meinte er. Rechtsextremismus und Antisemitismus lehnte der Heimatverein ab, Vertreter der AfD würden nicht eingeladen.

 https://rp-online.de/nrw/staedte/ratingen/spd-fordert-abgrenzung-zur-afd_aid-49470819

 Das erweckte meine Aufmerksamkeit. Denn nach unserem Verständnis haben Rechtsextremismus und insbesondere Antisemitismus bei uns nichts zu suchen. Die entsprechende Unvereinbarkeitsliste ist öffentlich einsehbar; ich kann sie Ihnen gerne zusenden. Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mir konkrete Beispiele nennen, wo Ihnen in Ihrem Wirkungsbereich Rechtsextremismus oder Antisemitismus von AfD-Mitgliedern begegnet sind. Der Vorstand im Bezirk Düsseldorf ist mir persönlich bekannt, so daß ich entsprechende Konsequenzen in die Wege leiten kann.

 In dem Zusammenhang erinnere ich an den Artikel 3 GG:

 Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

 Ich sehe Ihrer Antwort hoffnungsvoll entgegen, verbleibe mit freundlichen Grüßen und wünsche Frohe Ostern!

 Statt einer persönlichen Antwort wurde mir ohne Begleitschreiben ein Exemplar der Vereinszeitung zugestellt. Der Inhalt: Eine widerliche, auf plumpste Weise diffamierende Schmähschrift gegen die größte Oppositionspartei im Deutschen Bundestag. Garniert mit einen Vorwort des Vize-Vorsitzenden, welches vor Anbiederung an die Merkel-Regierung nur so trieft. Das schärfste aber: Die Selbststilisierung als „Widerstandskämpfer“.

Vereinszeitung April 2020

Hier die ganze Schmierschrift:
https://www.duesseldorferjonges.de/uploads/presse/presseecho/2020/April/das_tor_04_2020.pdf

Das veranlasste mich zu folgendem Brief:

Herrn
Wolfgang Rolshoven
Mertensgasse 1
40213 Düsseldorf

Betr: Ihre Antwort auf meinen Brief vom 8. April

Sehr geehrter Herr Rolshoven, sehr geehrter Herr Juli, werte Düsseldorfer Jonges,
Thema verfehlt! Setzen! Sechs! Ungenügend!

So etwa hätte mein Deutschlehrer reagiert, wenn er Ihre substanzlose Antwort auf mein Schreiben vom 8. April hätte benoten müssen.  Hatte ich doch eine ganz konkrete Bitte geäußert:

Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mir konkrete Beispiele nennen, wo Ihnen in Ihrem Wirkungsbereich Rechtsextremismus oder Antisemitismus von AfD-Mitgliedern begegnet sind.

 Aber zunächst bedanke ich mich, daß überhaupt eine Reaktion erfolgte. Natürlich war ich gespannt, als ich nach der Rückkehr aus meinem Osterurlaub einen großformatigen Umschlag in meinem Briefkasten vorfand. Oha, eine so gewaltige Sündenliste? Und dann die herbe Enttäuschung: Bestand der Inhalt doch nur aus Ihrer Monatszeitschrift vom April. Indessen mit dem reißerischen Aufmacher: „Dem Rassismus entgegentreten“ und einem gehässigen Machwerk aus der Werkstatt des Herrn Tilly auf der Titelseite.  Bingo: Das gegen Rassismus kann ich mit unterschreiben. Aber bitteschön: Wo ist denn der Rassismus? Ich lese weiter. Da schreibt Ihr Vizechef auf Seite 3:

Anders als die AfD setzen wir bei Problemen, insbesondere im Zusammenhang mit der „Flücht­lingskrise“, nicht auf völkisch-autoritären Populismus, sondern arbeiten an Lösungen und konkreten Verbesserungen für alle Bürgerinnen unserer Heimatstadt. Mit einem Faschisten als Landesvorsitzenden, ihrem völkisch-autoritären Weltbild, ihren Kontakten in die Neonazi-Szene, dem Bestreiten des menschlichen Einflusses auf den Klimawandel und ihrem diskreditierenden Sprachgebrauch greift die AfD) unsere Heimat und damit uns Jonges offen an. Um zu vermeiden, dass die AfD bei der nächsten Kommunalwahl mehr als 5% der Stimmen erhält, benötigen wir das von Häusler geforderte und in vie­len NRW-Städten vorhandene „vorbeugende, ressortübergreifende Handlungskonzept“.

Mit Verlaub: Schwachsinn vom ersten bis zum letzten Buchstaben. Denn konkrete Beispiele bleibt der Herr Juli schuldig. Und genau darum hatte ich gebeten. Stattdessen wird schön gegendert: „Bürger*innen“. Apropos „Faschist als Landesvorsitzender“: Es ist richtig, daß ein deutsches Gericht dies als zulässige Meinungsäußerung straffrei gestellt hat. Aber nicht alles, was gerichtlich erlaubt ist, ist auch statthaft: So darf nach deutschen Richterspruch auch eine prominente Grünenpolitikerin als „Drecksfotze“, „Stück Scheisse“ oder „Sondermüll“ bezeichnet werden. Ein Sprachgebrauch, dessen ich mich enthalten würde. Auch Sie, Herr Juli, sollten sich dessen bewusst sein, daß man nicht jeden erlaubten Blödsinn nachplappern sollte.

Die Krönung ist allerdings die Titelgeschichte des Herrn Häussler auf den folgenden Seiten. Ist es doch der untaugliche Versuch, die AfD gleichzusetzen mit irgendwelchen Exoten am rechten Rand. Kein einziger Bezug zum Programm der AfD, das auf 192 Seiten für jedermann nachlesbar ist. Auch die umfangreiche Unvereinbarkeitsliste der AfD, mit welcher Rechtsextreme von der Parteimitgliedschaft ausgeschlossen sind, wird mit keiner Silbe erwähnt. Nur ein einziges Mal wird ein Name genannt: Der des NRW-Landtagsabgeordneten Dr. Christian Blex. Der hätte dem brasilianischen Präsidenten gratuliert. Ein naheliegenderes Beispiel zur Skandalisierung ist dem Düsseldorfer Fachhochschulbediensteten Häussler offenbar nicht eingefallen: Ein Parlamentarier aus den  Münsterland, der ein südamerikanisches Staatsoberhaupt beglückwünscht. Unsere Bundesregierung gratuliert bekanntlich bei jeder Gelegenheit den  Machthabern im Iran, welche seit Jahr und Tag Israel auslöschen wollen. Skandal?

Und wenn wir schon bei Dr. Blex sind, dann hätte Herr Häussler (ohne Dr.) doch wenigstens auf die Reden des AfD-Abgeordneten im Landtag zum Thema „Stickoxid und Sinnhaftigkeit der EU-Grenzwerte“ eingehen können. Das hätte nämlich tatsächlich einen aktuellen Bezug zu Düsseldorf gehabt, wo die ideologisch motivierten „Umweltspuren“ durch die damit provozierten Unfälle bereits Menschenleben gefordert haben.  Auch der Besuch des Christian Blex in Syrien,  wo er Gespräche führte mit den religiösen Führern der dortigen Glaubensgemeinschaften, hätte ruhig in dem Beitrag erwähnt werden können. – Ich werde indessen auf den Autor und sein Konvolut noch an anderer Stelle ausführlicher  außerhalb dieser  Korrespondenz eingehen. Erstaunlich, daß ein Fachhochschulmitarbeiter wie Häusler mit 57 Jahren noch keine Promotion zustande gebracht hat, geschweige denn eine Venia Legendi.  Sein Fachbereich „Sozial- und Kultur“ wird nicht ganz zu Unrecht im akademischen Volksmund unter den Sammelbegriff „Geschwätzwissenschaften“ subsummiert; im angelsächsischen Sprachraum kommt „Junk-Science“ eine ähnliche Bedeutung zu.

Zurück zum Vorwort: Da versteigt sich der Vizebaas namens Sebastian Juli tatsächlich zur Selbststilisierung als „Widerstandskämpfer“! Geht es noch? Eine blanke Verhöhnung der Männer des 20. Juli  vom Schlage eines Claus Schenk Graf von Stauffenberg oder eines Karl Goerdeler, die ihren Einsatz fürs Vaterland mit dem Leben bezahlten!

Ich blättere weiter in Ihrem Magazin bis zum Schluss auf Seite 24: Kein einziges Gesicht mit Migrationshintergrund auf den zahlreichen Abbildungen! Und bei den Geburtstagsjubilaren: Alles nur alte Männer! Jetzt besinne ich auf das Julianische Vorwort auf Seite 3: „Liebe Heimatfreunde!“.  Freundinnen und Diverse  bleiben offenbar außen vor. Mich beschleicht ein böser Verdacht: Kann es sein, daß es sich bei Ihrem Verein in Wirklichkeit um einen  frauen- und fremdenfeindlichen  Männerbund handelt? Und das die Invektiven in Richtung AfD nichts weiter sind als plumpe Ablenkungsmanöver?

Das fragt sich mit freundlichem Gruß   Bernd Ulrich

Selbstredend, daß ich auf meinen Brief keine Antwort bekam.
Zu den „Widerstandskämpfern“: Bei der AfD handelt es sich bekanntlich nicht um eine Regierungspartei, sondern um eine unbequeme Opposition, die schweren Repressalien ausgesetzt ist.  AfD-Bashing ist somit für die Akteure völlig gefahrlos; sie können sich sogar des Beifalls der  gegenwärtigen Machthaber gewiss sein. Hier von „Widerstandskämpfern“ zu sprechen ist eine Perversion par excellence. Das Motiv der Jonges? Serviles Einschleimen bei der Obrigkeit, nichts anderes.

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